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Anfangszeit und die Reichsgartenschau

Stuttgart ist eine der wenigen Städte, die auf eine lange Tradition von Parkeisenbahnen, die früher Liliputbahnen genannt wurden, zurückblicken kann. Die Anfänge gehen in das Jahr 1928 zurück, da lieferte die Firma Krauss & Co, aus München, heute besser bekannt als Krauss-Maffei, eine gebrauchte B-gekuppelte Schlepptenderlok nach Stuttgart. Eingesetzt wurde sie im Affenparadies der Königs-Tierzucht, das 1928 als kleiner privater Tierpark mit Affen, Seelöwen und Bären an der heutigen Straße „Am Kochenhof“ auf Höhe des Parkhauses Rote Wand entstand.

Von dieser Bahn ist leider sehr wenig bekannt. Auf einem alten Werbeplakat ist vermerkt: „Liliputbahn im Affenparadies Stuttgart“, das diesen B-Kuppler zeigt. Die Bahn war eine der Attraktionen dieses Parks, sie erfreute vor allem Kinder, wenn sie ihre Runden drehte. Im Jahre 1933 wurde der Kleinzoo geschlossen und die Bahn zog in das Waldheim Raichberg im Stuttgarter Stadtteil Gaisburg um. Dort soll sie noch einige Jahre in Betrieb gestanden sein, ehe sie 1939 für die Vorbereitungen zur Reichsgartenschau wieder auf den Killesberg gelangte.

Der eigentliche Startschuss für eine Parkeisenbahn im Höhenpark Killesberg fiel am 22. April 1939 mit der Eröffnung der Reichsgartenschau. Bei dieser Ausstellung wurde erstmals ein 3,5 km langer Rundkurs erbaut, der mit dem heutigen fast keine Ähnlichkeit mehr hat. Der eingleisige Bahnhof entstand an der heutigen Messehalle 1-3, dann führte die Strecke in einen Tunnel unter der heutigen „Sarotti-Treppe“ hindurch in das Akazienwäldchen zwischen Weg und Freilichtbühne. Die Lokomotiven und Wagen wurden von der Leipziger Firma Brangsch gemietet und durch die Messegesellschaft betrieben. Diese Parkbahn wurde schnell zum Publikumsliebling der Besucher.

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Wie auch heute, trugen diese Lokomotiven Namen, sie hörten auf „Ha.no!“ und „Götz von Berlichingen“. Die Werkstatt der Kleinbahn wurde als offene Halle in der Nähe der heutigen Abstellhalle errichtet. Das vorzeitige Ende der Reichsgartenschau kam am Morgen des 1. Septembers 1939 mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, gleichzeitig wurde auch der Betrieb der Parkeisenbahn eingestellt. Die Lokomotiven wurden an den Vermieter zurückgegeben und zum Schutz vor Kriegseinwirkungen in einem Steinbruch eingelagert. Der Wagenpark verblieb auf dem Killesberg und wurde in der Abstellhalle abgestellt. Im Sommer 1940, 1941 und 1942 wurden nochmals Lokomotiven der Firma Brangsch angemietet und verkehrten in den Sommermonaten.

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