Nachkriegszeit

In der Phase des Wiederaufbaus bewarb sich die Stadt Stuttgart erfolgreich um die Ausrichtung der 1. Deutschen Gartenschau. Diese Ausstellung wurde am 3. Juni 1950 durch Bundespräsident Theodor Heuss auf dem Killesberg eröffnet. Als Ausstellungsgelände wurde auf die gleiche Anlage, auf der 1939 die Reichsgartenschau stattfand, zurückgegriffen. Schienen und Personenwagen der Kleinbahn waren noch vorhanden, aber leider keine Lokomotiven mehr.

Die Stuttgarter Messegesellschaft bestellte bei Krauss-Maffei im Frühjahr 1950 zwei Exemplare der bewährten Martens-Dampflokomotiven (50 PS) und bei der Mosbacher Lokfabrik Gmeinder eine Diesellokomotive (35 PS). Die Diesellok wurde am 27. Mai, die beiden Schlepptenderlokomotiven am 30. Mai bzw. 30. Juni 1950 ausgeliefert. Sie wurden auf die Namen Blitzschwoab, Tazzelwurm und Springerle getauft, die durch einen Namenswettbewerb ermittelt wurden. Gleichzeitig mit der Eröffnung der Bundesgartenschau wurden auch die neue Seilschwebebahn und der Killesberg-Turm dem Betrieb übergeben. In den Folgejahren verkehrte die Kleinbahn in den Sommermonaten (April bis Oktober) täglich.

Die größte bauliche Veränderung nach dem 2. Weltkrieg erfuhr die Killesberg-Kleinbahn im Jahr 1955, als die neue Großhalle (Sägehalle) errichtet wurde. Für dieses Bauvorhaben mußte der Bahnhof an die „Große Wasserspiele“ verlegt werden. Dadurch wurde die Streckenführung durch den Tunnel unter der Sarotti-Treppe aufgegeben und die heutige Linienführung geschaffen, die eine derzeitige Länge von 2,3 km hat. Zur Bundesgartenschau 1961, die im Höhenpark Killesberg und in den Schloßgartenanlagen statt fand, bekam die Kleinbahn ihr heutiges Abstell- und Werkstattgebäude, in dem fast alle Unterhalts- und Reparaturarbeiten erledigt werden.

Neben einer Wagenhalle mit Kran und Untersuchungsgrube steht dem Personal eine gut ausgerüstete Werkstatt mit modernen Werkzeugmaschinen und Achssenkanlage zur Untersuchung der Lokomotiven zur Verfügung. Spezialarbeiten an Kessel und Lager wurden früher an die Werkstätten der Stuttgarter Straßenbahnen AG abgegeben. Die deutsche Wiedervereinigung 1989 öffnete neue Wege für den Unterhalt dieser Teile. Dank der Dampflokspezialwerkstätten, die es in den neuen Bundesländern noch gibt, konnten die Kessel für die beiden Dampflokomotiven, die ein Fassungsvermögen von 700 Liter Wasser haben, in den letzten Jahren neu gebaut werden. Neben diesen Arbeiten wurden im thüringischen Meiningen auch die Radreifen der Loks runderneuert.